Solo CD "Au Jardin de mon Coeur" (Debut Album)

Die Überraschung: " [...] Allein die Breite des Repertoires von Elena Mosuc überrascht. Noch mehr aber überrascht die souveräne Stilsicherheit der jungen rumänischen Sopranistin. Innige, langgesponnene, erfühlte Phrasen bei Bellini, eine wunderbar geläufige Gurgel für Lucia und Semiramide, verschmitztes Draufgängertum für die Zerbinetta, furiose Entschlossenheit und, als Spiegel davon, mädchenhafte Verletzlichkeit für die Konstanze. Und das alles, ohne der Stimme hörbar Zwang anzutun. Im Gegenteil, Elena Mosuc lässt ihren kostbaren Sopran aufblühen, keine Rede von gläsernem Soubrettengesang; sie verleiht ihrer Stimme eine körperhafte Mittellage, wie das bei Koloratursopranen sonst kaum anzutreffen ist, und steigt virtuos (und intonatorisch schwindelfrei) in höchste Höhen, ohne dabei die Stimme zu verengen oder zu verhärten. Die gerundete Wärme des Timbres bleibt über alle Register hinweg unbeschadet, ebenso der weiche und leichte Ansatz der Stimme Viel sängerisches Kapital insgesamt - man muss kein Hellseher sein, um eine entsprechend kapitale Karriere vorauszusagen."
Musik & Theater, Werner Pfister

"[...] dies ist eine überwältigende CD. [...] Da kann man eine perfekt geführte, anstrengungslose, wunderbare Koloraturstimme erleben. Doch was mich dann wirklich hingerissen hat, war eine Arie der Louise aus Gustave Charpentiers gleichnamiger Oper. Die zart-verliebte Süsse dieser Partie blüht bei Elena Mosuc auf, dass man eine Gänsehaut bekommt. Sie klingt hier fast wie die junge Ileana Cotrubas, seltsamerweise Rumänin wie sie. Die gleiche zugleich fast instrumentale Schlankheit und mädchenhafte, strahlende Ausdruckskraft, betörend im Mezza Voce, aufleuchtend in den lyrischeren Aufschwüngen und nie den Effekt dem seelischen Gehalt voranstellend. [...] Normalerweise missfällt mir dieses Bravogeschreie in der Oper. Für diese Sängerin aber wäre ich auch aufgesprungen."
Rondo-Magazin; Matthias Kornemann

"Sie ist ein perfekter Koloratursopran, aber kein ausschliesslicher. Sie hat eine fabelhafte Technik, es kommt ihr alles spielend leicht aus der Kehle, aber noch in den extremsten Lagen hört man das Herz dieser bezaubernden jungen Rumänin aus Zürich schlagen. Die lyrische Arie der Louise kommt so erfüllt von Emotion wie die irrwitzige Zerbinetta, die sie genauso nicht quietscht, sondern berückend singt. Lucia und Elvira sind empfindsame, sehr junge Mädchen, die das grosse Glück oder Leid träumen, Träume, die von innigstem Gefühl getragen sind. Sie hat den unschuldsreinen Stimmklang für die Gilda-Arie, sie erfüllt einleitende Rezitative mit genauso viel innerer Substanz wie die grossen Melodiebögen. Diese glockenreine, zauberhaft timbrierte, mit natürlicher Höhe gesegnete junge Sopranstimme beglückt auf allen Linien. [...]
Der neue Merker, S. Pfabigan

Koloratur und lyrischer Glanz: "[...] die am Opernhaus Zürich engagierte Künstlerin interpretiert einige Bravourstücke dieses (ihres) Fachs bravourös: die Glöckchen-Arie aus Delibes' Lakmé mit instrumentaler Führung der Stimme, die Szene der Zerbinetta (Ariadne auf Naxos) mit vokalem Glitzern, Bel raggio lusinghier aus Rossinis Semiramide mit präziser Agilität, wobei sie nie in die Unart verfällt, sich die Läufe mit Aspirierungen zu erleichtern. [...] Elena Mosuc entfaltet eine Fülle und Wärme, wie sie im Koloraturfach nicht eben typisch, wenn auch dadurch erst recht reizvoll erscheint. So sind es die lyrisch gefärbten Arien aus Charpentiers Louise und Gounods Roméo et Juliette, die sich am meisten einprägen: aufgrund der Schönheit der Stimme, aber auch der sorgfältigen Phrasierung und Diktion. [...]"
Neue Zürcher Zeitung, Thomas Baltensweiler

"Ihren Erfolg verdankt die rumänische Sopranistin dabei ihren Fähigkeiten im Koloraturfach, und davon zeugt jetzt auch ihr Recital Au Jardin de mon Coeur: Mal geben sich die Fiorituren stilsicher belcantesk, etwa in Bellinis Qui la voce sua soave oder Rossinis Bel raggio lusinghier, mal sind sie erfüllt von Mozart'scher Dramatik, so in der Marternarie der Konstanze aus der "Entführung". Mosuc phrasiert dabei mit grösster Natürlichkeit, was sie bei aller Stimmakrobatik davor bewahrt, in ein selbstgefällig virtuoses Gezirpe zu verfallen. Im Gegenteil: Zu den Höhepunkten dieser CD gehören auch so lyrische Arien wie das Dieu, quel frisson court dans mes veines! aus Roméo et Juliette. Die vorbildlich auf dem Atem geführte Legatolinie bewirkt zudem, dass die Stimme in der Höhe, für die momentan kaum eine Grenze zu existieren scheint, keine Neigung zum Tremolieren besitzt."
Das Opernglas, A. Weiss

Jeder Ton mit Bedacht geformt - Hörenswert: Sopranistin Elena Mosucs erste CD: " [...] Auf dieser Einspielung trifft Elena Mosuc die Stimmung der zuerst anzutreffenden französischen Arien ideal; so wird etwa die tiefe Melancholie einer Louise (komponiert von Gustave Charpentier) durch einen schwebeartigen Gesang spürbar. Mosuc vergisst in diesem sich Hängenlassen nicht, dass [...] nur Exaktheit zum Ziel, zum ausgeglichenen Gesang führen kann. Durch ein Ansingen von höchsten Tönen mit feinster Tongebung erreicht sie eine Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht; [...] In Bellinis Puritani-Arie Qui la voce sua soave, in der die Stimme in ihrem ureigenen Timbre - einem anschmiegsamen, eher klaren, dennoch mit einem nicht unschönen Schleierchen überzogenen - fliessen kann, überzeugt die Sängerin durch und durch. Beängstigend gut auch die Zerbinetta: hier endlich erkennt man auch den Schalk, der dieser Stimme innewohnt."
Aargauer Zeitung, Christian Berzins

Eine ganz besonders schöne und interessante Sopranstimme stellt Arte Nova in der Reihe Voices mit der Rumänin Elena Mosuc vor. [...] In der Arie der Louise ist eine der typischen Stimmen auszumachen - von Grund auf romanisch, dabei pikant , delikat und mit dem gewisse Etwas versehen. Als Gounods Juliette beweist die Sängerin, dass auch eine recht leichte Stimme durch Farbigkeit gewichtig werden kann, vor allem wenn so geschickt chiaro-scuro -Effekte eingesetzte werden wie hier. Als Lakmé hat die Mosuc gestochen scharfe Koloraturen von keuschem Klang und mit viel Seelensubstanz zu bieten. Die Höhe ist einfach stupend. Die erste Arie der Lucia singt die Rumänin virtuos mit aparten Verzierungen im Finale und in einer Art, dass die Heldin Walter Scotts von Anfang an zu einem tragischen Wesen wird. Ihre sanftere Schwester mit glücklicherem Geschick ist die Elvira aus den Puritani , der sie schöne elegische Bögen verleiht mit einer immer runden Glocken- und nie einer Zwistscherstimme. Viel vokale Autorität verleiht Elena Mosuc der Semiramide , deren Koloraturen sinnvollerweise etwas härter ausfallen. Gilda bleibt auch in den Koloraturen stets innig, stets ist der caro nome, nicht die virtuose Akrobatik im Mittelpunkt ihrer Bemühungen. Mit guter Diktion wird die Marternarie der Konstanze gesungen, die auch bei den grössten Schwierigkeiten die Gesangslinie wahrt. Zerbinetta schliesslich in der Interpretation der Rumänin ein schillerndes Wesen, dem alles leicht zu fallen scheint. Das Hungarian State Orchestra unter Jan Schultsz begleitet flexibel diese junge Sängerin, die eine der ganz grossen Entdeckungen der letzten Jahre ist. [...]
Orpheus Oper International, Juni 2000, Ingrid Wanja