| La Bohème „So schön kann La Bohème sein: […] Doch nun zum eigentlichen Grund der gewählten Überschrift, zum Liebespaar Mimì / Rodolfo. Der neue Poet und seine blumenstickende Näherin sangen ihre Partien dermassen differenziert, volumenmässig die ganze Skala vom innigsten Piano bis zu vollmundigem Forte belkantesk abdeckend, dazu so natürlich und schlicht agierend, dass das Publikum im 1. Akt der scheu aufkeimenden Liebesgeschichte be-/verzaubert folgte und nach den grossen Arien gebannt kaum zu applaudieren wagte, so gekonnt hatten die zwei Künstler das Publikum „abgeholt“. Und beide Sänger beeindruckten auch für den Rest des Abends: stimmlich mit Wärme, mit Fülle, mit Glanz, mit herrlichen Piani, mit Ausdruckskraft und selbst mit Resonanz in den tieferen Lagen ihrer Gesangspartien…darstellerisch ungemein authentisch, echt, schlicht, reduziert, sie passten herrlich-gut zueinander und sahen beide blendend aus! Zürich hat ein Traumpaar für die Bohème gefunden. Die Namen: Elena Mosuc und Jonas Kaufmann! Zum Schluss Jubel für alle, jedoch zu einem popkonzertartigen Mix aus Applaus, Pfiffen, Johlen, groupie-artigem Ausrasten und Trampeln anschwellenden Orkan für die zwei Protagonisten.“ „Elena Mosuc singt und überzeugt mit lyrischer Wärme, gebündelten Kräften und einer beachtlich schönen Stimme mit betörend melancholischem Timbre und einer enormen Beweglichkeit. Sie interpretiert die Mimì nicht als eindimensional leidende und liebenswürdige Figur, sondern zeichnet mittels starker Emotionalität, abwechslungsreicher Stimmgebung und einem immer schön klingenden Sopran ein vollkommenes Rollenporträt.“ „Mimì ist in dieser Aufführung tatsächlich die zentrale Gestalt. Elena Mosuc verkörpert sie zum ersten Mal – bei der Premiere im Sommer 2005 war sie noch die Musetta-, doch vom ersten Takt an füllt sie die Partie souverän aus. Wie hat sich diese Stimme in den letzten Jahren entwickelt, an Fülle, Wärme, Ausdruckskraft, perlendem Glanz und Resonanz auch in den tieferen Lagen gewonnen – und sich ihre Beweglichkeit doch voll erhalten. (Als Traviata hat die Sopranistin erst kürzlich wieder mit ihren Koloraturen brilliert.). Das alles kommt nun dem Porträt der kleinen Stickerin zugute, in welchem Elena Mosucs Gestalt und Stimme so natürlich zusammenfinden.“ „[…] die temperamentvolle, kapriziöse Musetta von Elena Mosuc, deren Sopran mühelos von virtuoser Brillanz zu satter Wärme findet.“ „Das i-Tüpfelchen indes setzt ihnen Elena Mosuc als Musetta auf: draufgängerisch, dass manchmal die Fetzen fliegen, temperamentvoll im Gesang, kokett und selbstsicher im Auftreten - und zum Schluss, im vierten Bild, von einer fast rührenden Gutherzigkeit. Das könnte Anzeichen dafür sein, dass nach dem tragischen Tod Mimìs nichts mehr sein wird, wie es war. Auch für sie.“
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